Emirat Ajman - VAE

Emirat Ajman – Adschman

Ajman – manchmal auch Adschman geschrieben – ist das kleinste der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Es misst lediglich 259 km² und teilt sich in drei beinahe gleich große Territorien. Der Hauptteil dieses kleinen Emirates befindet sich zwischen Umm al-Qaiwain und Schardscha-Stadt am Persischen Golf an einem etwa 16 Kilometer langen Küstenstreifen. Im Prinzip handelt es sich dabei um die Hauptstadt Ajman-Stadt oder Adschman-Stadt, die rund 22 Kilometer von Dubai entfernt liegt. Von dort aus geht es etwa 10 Kilometer weiter ins Landesinnere. Dieses Hauptterritorium ist am dichtesten besiedelt – über 90% der Einwohner Ajmans leben hier -, während die beiden Enklaven Manama und Masfut im östlichen Hinterland – im Hadschar-Gebirge – liegend und 60 beziehungsweise 110 Kilometer von Ajman-Stadt entfernt, nur sehr dünn besiedelt sind. Da Ajman keine eigenen, nennenswerten Erdgas- und Ölvorräte besitzt und auch wenig Landwirtschaft vorhanden ist, ist es das ärmste der sieben Emirate. Das wiederum birgt aber auch den Vorteil, dass weder Industrie noch Monokulturen die Schönheit des Landes verschandeln, was dem Tourismus zuträglich ist.


Politik und Geschichte

Aufgrund neuester Ausgrabungen nimmt man an, dass Ajman bereits in der Bronzezeit besiedelt war. Weitere, genauere geschichtliche Erkenntnisse der frühesten Geschichte des Emirates sind nicht zu finden. Seit 1820 kann das kleine Emirat auf 11 Landesführer zurückblicken, wobei Humaid I. mit 7-Jähriger Unterbrechung zweimal an der Macht war. Scheich Rashid ibn Humaid Al-Nu‘ aimi unterzeichnete zu Beginn des Jahres 1820 in dem ursprünglich unter osmanischer Herrschaft stehenden Staat ein Marineabkommen mit den Briten, durch das die osmanische Herrschaft beendet und die Schutzherrschaft der Europäer gebilligt wurde. Erst gegen Ende des Jahres 1971 entließen die Briten Ajman – gemeinsam mit den anderen Staaten der „Trucial States“ – in die Unabhängigkeit. Unter der Vorhut von Abu Dhabi wurden nun die Vereinigten Arabischen Emirate – VAE – gegründet, zu denen auch Ajman gehört. Offizielle Religion ist der Islam, und die Amtssprache ist Arabisch. Verglichen mit den anderen sechs Emiraten versucht Ajman dem Islam eine entsprechend größere Stellung im Leben zu geben, indem es mehr Strenge walten lässt und beispielsweise Alkohol in der Öffentlichkeit verbietet. Ajman wird von der Al Nu‘ aimi-Familie regiert und seit 1981 von Scheich Humaid Bin Rashid Al Maktoum geführt. Kronprinz ist Ammar bin Humaid an-Nuʿaimi.

Vom Wüstenstaat zum modernen Emirat

Ajman lebte einst – im Küstengebiet – hauptsächlich vom Fischfang sowie vom Dhau-Bau, dem Bau der traditionellen Segelboote. Ferner war es Zentrum der Perlentaucherei. Und so wundert es auch nicht, dass sich hier die Mehrheit der Einwohner niederließ. Heute hat Ajman einen Importhafen mit Freihandelszone und wird als sogenannte „Schlafstadt“ – Trabantenstadt – Dubais und Sharjahs gesehen. Die meisten Agrarprodukte wie Datteln kommen aus den Enklaven Manama und Masfut. Aus dem einstigen Wüstenstaat ist ein modernes, im Aufbau befindliches Emirat geworden, dessen Infrastruktur ebenso wie die Bevölkerung wächst. Ajman ist ein multikulturelles Land, das gekonnt versucht, die islamische Tradition in das moderne, teils europäische Leben einzubeziehen. So findet der Besucher eine einmalige Atmosphäre vor, wie etwa den Ruf des Muezzins vor der Kulisse supermoderner, gigantischer Bauwerke. Und so kommt es auch, dass Ajman sich immer mehr zu einem interessanten Touristenziel entwickelt. Aber lediglich 16 Kilometer Küstenlänge stehen dem Emirat dabei zur Verfügung, wovon bereits zwei durch die Hafenanlage besetzt sind. Aber die Menschen in Ajman wissen sich zu helfen: Man baggert Kanäle und Lagunen von der Küste ins Inland hinein und gewinnt somit Bauland mit Meeresanschluss, der ideale Ort für Touristen. Bereits 2007 begann das Land mit der Neuschaffung von rund 17 kleineren und größeren Siedlungen; einige befinden sich noch im Aufbau, andere Bauvorhaben wurden vorerst zurückgestellt.

Sehenswürdigkeiten in Ajman

Das kleine Ajman hat relativ wenig Sehenswürdigkeiten im herkömmlichen Sinn zu bieten, ist selber an sich aber sehenswert. Allein die Gratwanderung zwischen Moderne und alter orientalischer Welt erzeugt eine Atmosphäre, der wohl jeder Besucher erliegt. Moderne, extravagante Architektur gehören ebenso zu den Sehenswürdigkeiten Ajmans, wie das Fort der einstigen Herrscher, welches erhalten geblieben ist. Es handelt sich bei Letzterem um eine imposante Erscheinung vor dem Hintergrund gigantischer Hochhäuser und beherbergt heute ein interessantes Museum, welches das Leben im Emirat vor der Entdeckung der Ölvorkommen dokumentiert. Ferner hat Ajman in der kleinen Bucht des Ajman Creek noch Überbleibsel des alten Souks – des orientalischen Marktes – sowie den historischen Dhau-Hafen zu bieten. Ganz besonderen Charme verbreiten die weißen Sandstrände vor der Kulisse der ausgefallenen Hochhaus-Architektur. Allerdings kann man das Schwimmen hier wegen der gefährlichen Strömungen nicht empfehlen.

Besonderheiten in einem besonderen Land

Wer nun glaubt, auf einem so engen Raum und in einem alten arabischen Land könne man keinen komfortablen Urlaub verbringen, der irrt gewaltig. Ajman nennt zahlreiche bekannte und sehr komfortable Hotels, die uns Westeuropäern allen erdenklichen Luxus bieten, sein Eigen. Trotz Weltoffenheit und extremer Freundlichkeit der arabischen Bewohner Ajmans sollte man dennoch bedenken, dass man Gast in einem fremden Land ist, und bestimmte Dinge beachten. Man ist in einem islamischen Land zu Besuch, wo andere Gesetze herrschen als bei uns. Hier ist beispielsweise das Alkoholtrinken in aller Öffentlichkeit ebenso tabu wie allzu freizügige Kleidung außerhalb der Hotelmauern. Dafür braucht man als alleinreisende Frau in Ajman keine Angst vor Belästigungen zu haben, denn in den gesamten Vereinigten Arabischen Emiraten genießen Frauen absoluten Respekt und somit Sicherheit. Auch wenn man in ein Land reist, dass ganzjährig heiße bis warme Temperaturen hat, sollte man auf eine wärmere Jacke nicht verzichten, denn die allerorts installierten Klimaanlagen bescheren sehr unterschiedliche Temperaturen zwischen draußen und drinnen.

Das ganze Jahr über Sommerbekleidung

Das Klima in Ajman ist subtropisch und eher trocken, wobei es an der Küste im Sommer luftfeucht und extrem heiß ist. Im Winter hingegen empfinden wir es mit rund 14°C bis maximal 35°C und viel Sonne als sehr angenehm. Lediglich einige Sandstürme sowie die extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht können uns Mitteleuropäern vielleicht ein wenig zu schaffen machen. Da der Sommer mit bis zu 48°C Außentemperatur und 30°C Wassertemperatur sowie einer 90%-igen Luftfeuchtigkeit für uns nahezu unerträglich ist, bietet sich ein Urlaub in Ajman in den Monaten Oktober bis April an. Dann betragen die Tagestemperaturen zwischen 25°C und 35°C, nachts kühlt es auf 14-20°C ab. Die durchschnittliche Meerwassertemperatur beträgt 25°C. Ideale Reisezeit ist von Januar bis Mai, wenn gemäßigtes Klima herrscht und Blütezeit ist.

Category: Die Emirate

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