Emirat Ra's al Chaima

Emirat Ra’s al-Chaima

Ra’s al-Chaima – auch Ras Al-Khaimah geschrieben und RAK abgekürzt – ist eines der sieben Emirate, die zusammen die Vereinigten Arabischen Emirate (abgekürzt: VAE) bilden. Übersetzt bedeutet es so viel wie „die Spitze des Zeltes“, was eventuell auf die dort spitz aufragenden Berge hinweist. Es handelt sich dabei um ein relativ kleines Emirat von nur etwa 1684 km² mit der gleichnamigen Hauptstadt. Ra’s al-Chaima teilt sich in zwei Gebiete: Eines davon liegt im Norden, das andere im Süden der VAE. Geografisch betrachtet, besteht das Emirat aus einem recht flachen Küstenstreifen entlang des Persischen Golfes sowie salzigen Tonflächen im Inneren des Landes, welche in weite Sanddünen übergehen. Besonders reizvoll sind die vielen Lagunenlandschaften, die sich eingebettet von Mangrovenwäldern am Meer befinden. Im Hinterland geht das Al-Hajar-Gebirge bis auf eine Höhe von über 1000 Meter hoch. Im Vergleich zu den restlichen Emiraten ist Ra’s al-Chaima mit einer recht üppigen Vegetation gesegnet, welche es den Wasservorkommnissen und Regenfällen im bereits erwähnten Al-Hajar-Gebirge zu verdanken hat. Fruchtbare Oasen, grüne Felder, Orangen- und Dattel-Plantagen prägen das Bild in einigen Teilen Ra’s al-Chaimas.

Wo einst die Seeräuber hausten

Das Emirat Ra’s al-Chaima, welches nach dem gleichnamigen Hafenort – heute Hauptstadt – benannt ist, trat 1972 als letzter der Emirate den Vereinigten Arabischen Emiraten bei. Sein Ursprung geht auf den Stamm der Qawasim zurück. Die seefahrenden Portugiesen drangen 1498 in diesen Landstrich vor und besetzten 1515 Julfar in der Nähe von Ra’s al-Chaima. Der Handel mit dem Fernen Osten sowie mit Indien florierte. Nach 1633 zogen die Briten in die Region ein. Mitte des 18. Jahrhunderts war der Zeitpunkt, wo sie ihre Seemacht zum Tragen brachten. Aber es kam zu einem Konflikt zwischen dem Seefahrerclan der Qawasim-Stammesvereinigung, welche ihr Betätigungsfeld bis zur persischen Golfseite erstreckte, und den Briten. Der Konflikt eskalierte, die Briten ernannten die Region zur Piratenküste. Die Piraterie war eine enorme Gefahr für den Handel von Großbritannien und Oman, und so wurde Ra’s al-Chaima 1809 und 1819 von beiden zerstört. 1820 wurde zudem jedes Schiff der Qawasim geentert und zerstört. Neun arabische Emirate wurden zu einem Friedensvertrag gezwungen, und die Briten errichteten dort eine Garnison. Nachdem sich alles ein wenig beruhigt hatte, bekam diese Region in Europa die Bezeichnung Trucial Coast – Waffenstillstands-Küste. Nach dem Ableben Sultan ibn Saqr, der der Region zu ihrer Blütezeit verhalf, zerfiel sein Reich in die Emirate Ra’s al-Chaima und Schardscha. Eine zeitweise Wiedereingliederung Ra’s al-Chaimas in Schardscha fand in den Jahren 1900 bis 1921 statt.

Am 10 Februar 1972 schließlich entließen die Briten Ra’s al-Chaima als letzten der Trucial States in die Unabhängigkeit. Noch am gleichen Tag trat das Emirat den kurz zuvor gegründeten Vereinigten Arabischen Emiraten bei. Seit Oktober ist Sa’ud ibn Saqr al-Qasimi offizieller Herrscher des Landes.

Was Sie noch wissen sollten

Ra’s al-Chaima hat etwas mehr als 150.000 Einwohner, die sich auf einer Fläche von 1684 km² verteilen. Dabei liegt die Bevölkerungsdichte bei rund 130 Einwohner pro km². Die Gesamtfläche des Emirates macht damit etwa 17 % des Gesamtgebietes der VAE aus. Ra’s al-Chaima befindet sich in UTC – der Weltzeitzone – plus 4 Stunden, was man bei seiner Reise bedenken muss.

Amtssprache in Ra’s al-Chaima ist Arabisch, man versteht Sie aber auch, wenn Sie Englisch sprechen, denn das ist Verkehrs- und Wirtschaftssprache. In einigen Hotels kommen Sie auch mit Deutsch oder Französische weiter. Ebenfalls gesprochen werden Urdu, Farsi und Hindi.

Bezahlt wird mit Dirham und Fils, aber auch andere Währungen und Kreditkarten werden akzeptiert. Als Gesetzesgrundlage gilt das Islamische Recht. Es gilt daher, sich den islamischen Sitten anzupassen.

Klima und Wetter in Ra’s al-Chaima

Das Klima ist tropisch bis subtropisch. Im Inland, in Wüstennähe, ist es sehr trocken und heiß, es fallen nur geringe Niederschläge. Von Mai bis September ist die Luftfeuchtigkeit recht hoch, und Temperaturen von mehr als 40°C sind nichts Außergewöhnliches. Im restlichen Jahr ist es mit 22-30°C wesentlich angenehmer für uns Mitteleuropäer. Die beste Reisezeit ist somit die Zeit zwischen November und April.

Ein noch gemäßigter Tourismus

Ra’s al-Chaima lebt hauptsächlich vom Handel, von der Landwirtschaft und in zunehmendem Maße vom Tourismus. Letzterer findet allerdings eher auf dem nördlichen Territorium des Emirates statt – welches an den Oman und an Umm al Quaywayn grenzt – und ist vergleichsweise gemäßigt. Das Emirat bietet den Besuchern somit noch Fleckchen der Ruhe und Erholung an. Wer ein wenig mehr Trubel sucht, der kann sich in das nur eine Autostunde entfernte Dubai begeben.

Was tun im Urlaub in Ra’s al-Chaima?

Wer seinen Urlaub in Ra’s al-Chaima plant, den erwarten zahlreiche interessante Freizeitmöglichkeiten. So findet man hier beispielsweise ein Paradies für Naturliebhaber und Ornithologen vor. Selbstverständlich bedeutet ein Urlaub in diesem Land auch gleichzeitig Ferien mit Sonne, Strand und Meer. Besonders die beiden Lagunen Chaur al Dschazira und Chaur Ra’s al Chaima werden mit ihren Hotelanlagen für den Tourismus eingehend benutzt. Bitte bedenken Sie, dass hier in einem islamischen Land das Oben-ohne-Baden sowie FKK verboten sind. Beim Schnorcheln und Tauchen können Sie die herrliche Unterwasserwelt der Region in vollen Zügen genießen. Weitere beliebte Freizeitgestaltungen in Ra’s al-Chaima sind geführte Wüstensafaris, organisierte Delfin-Touren oder Kamelrennen. Auch Shoppen oder sich einfach nur Verwöhnen lassen sind weitere Möglichkeiten, seinen Urlaub so angenehm wie möglich zu gestalten.

Wer in Ra’s al-Chaima Urlaub macht, der sollte sich unbedingt zu dem beliebten Ausflugsziel Chaur Hulaila aufmachen, wo einst archäologische Fundstücke die Vergangenheit dieser Region bezeugen. Sicherlich ist auch die Hauptstadt Ra’s al-Chaima ein lohnendes Ziel, falls Sie nicht schon sowieso dort sind. Sie ist so vollkommen anders als ihre Schwestern in den bekannten Urlaubs-Emiraten Dubai oder Abu Dhabi. Und gerade das ist es, was diese Stadt so einmalig macht: Sie versprüht mit ihrer ländlichen Ursprünglichkeit einen ganz besonderen Charme. Hochhäuser fehlen hier so gut wie ganz, dafür sind die neuen Siedlungen flach gehalten und bezaubern mit Bäumen und Gartenanlagen.

In der unter Naturschutz stehenden Lagune ar Rams findet man eine einzigartige Flora und Fauna vor, und ein Abstecher ins benachbarte Oman ist ebenfalls ein lohnendes Ausflugsziel. Die Al Hamra Mall lädt zum Geldausgeben ein; dort bekommt man beinahe alles, was das Herz begehrt. Selbstverständlich darf ein Ausflug nach Dubai nicht fehlen.

Willkommen bei der typischen Gastfreundlichkeit

Ra’s al-Chaima ist noch kein reines Touristen-Emirat, und dennoch bietet es Ihnen eine genügende Anzahl an komfortablen und luxuriösen Unterkünften, in denen Sie die typisch orientalische Gastfreundlichkeit erwartet. Zu den besten Hotels zählen das Cove Rotana Resort, das Al Hamra Fort & Beach Hotel, das Bin Majiid Hotel und natürlich das Hilton. Etwas ganz Besonderes aber ist das noch recht neue Banyan Tree Al Wadi, welches nicht nur mit sich gut in die Landschaft integrierenden Wüstenvillen sondern auch noch mit einem angrenzenden Naturreservat aufwartet. Und da der Tourismus immer mehr auch in Ra’s al-Chaima Einzug hält, ist es selbstverständlich, dass zahlreiche weitere gigantische Projekte in Planung sind. Eines der größten Projekte sind die Hafenerneuerung und die Entstehung eines riesigen Wüstenresorts.

Und noch mehr Bauprojekte…

Man könnte beinahe meinen, die gesamten VAE sind eine einzige Baustelle, wenn man einmal sieht, was alles in Planung ist. Und so wundert es auch nicht, dass selbst im bislang touristisch unbedeutenden Ra’s al-Chaima ebenfalls einige Bauvorhaben zu finden sind. Die meisten dieser Projekte liegen in unmittelbarer Nähe der Küste. Dabei wird versucht, durch Aufschüttungen und Lagunenausbauten Land zu gewinnen.

Mina Al Arab – übersetzt „Hafen von Arabien“ ist ein seit 2007 entstehendes Mischgebiet in der Chaur Al-Jazeera Lagune . Geplant sind auf recht kleiner Fläche mehrere touristische Hotelanlagen – sogenannte Resorts – sowie öffentliche Einrichtungen. Ferner werden hier ein Hafen, ein Souk und mehrere Wohneinheiten zu finden sein.

Die Koralleninsel – Al Marjan Island – befindet sich etwa 27 Kilometer von der Hauptstadt entfernt und besteht aus vier künstlich aufgeschütteten Inseln sowie einer Halbinsel. Geplant sind Villen, Hotels, Wohnungen, Bürogebäude und Einkaufszentren; also alles, was das Touristenherz begehrt.

Al Hamra Village befindet sich in der Nähe der eben genannten Inselgruppe. Es ist das zweitgrößte Projekt des Emirats. Auch hier entstehen Villen, Hotels und ein Einkaufszentrum. Als besonderes Highlight für die Besucher findet sich dort zudem nach der Fertigstellung ein Yachthafen und ein Golfplatz. Das geplante Al Hamra Palace Hotel soll das dritthöchste Gebäude im Land werden.Geplant ist dabei aber auch, ein Gefühl der Urtümlichkeit einer altarabischen Siedlung aufkommen zu lassen.

Aus dem einstigen Piraten- und Fischerörtchen hat sich Ra’s al-Chaima-Stadt mittels zahlreicher Bauprojekte in rasantem Tempo weiterentwickelt. Mit einer Länge von 20 Kilometern in Ost-West-Richtung und rund 10 Kilometern bis in die im Süden liegenden Sandhügeln erreicht die Stadt mittlerweile ein beachtliches Ausmaß. Vor den etwa 10 Kilometern von der Küste entfernten Gebirge macht der Ausbau Halt. Mit der Architektur hat man sich Mühe gegeben, den provinziellen Charakter zu erhalten, lediglich einige Hochhäuser an den Corniches – an den Creekufern – bilden dabei die Ausnahme.

Category: Die Emirate

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