Emirat Umm al-Quawain

Emirat Umm al-Quwain

Das zweitkleinste Emirat der VAE, Umm al-Quwain, hat eine Fläche von 777 km², was weniger als 1 % der Gesamtfläche der Vereinigten Arabischen Emirate entspricht. Mit einer Küstenlänge von 23 km liegt es zwischen den beiden Emiraten Sharjah und Ras al-Chaimah. Die Einwohnerzahl beträgt rund 70 000, damit ist es das bevölkerungsärmste Emirat. Umm al-Quwain hat keine Ölvorkommen, die Fischerei (in Umm al-Quwain-Stadt) und die Landwirtschaft (in der Oase Falaj al-Moalla) sind die wichtigsten Erwerbsquellen. Noch immer ist Umm al-Quwain einer der größten Fischlieferanten der Vereinigten Arabischen Emirate. Außerdem versucht man, Industrie- und Handelsbetriebe anzusiedeln, wozu am neuen Hafen eine Freihandelszone eingerichtet wurde.

Geschichte

Herrscher des Emirates ist seit dem Jahr 1981 Shaikh Rasheed bin Ahmed Al Mualla. Schon in vorislamischer Zeit gab es in Umm al-Quwain bedeutende Siedlungen. In Al-Dur, nordöstlich von Umm al-Quwain an der Straße in Richtung Ras al-Khaimah, lag eine der größten Hafenstädte dieser Zeit. Aus dieser Zeit zwischen 200 v. Chr. und 200 n. Chr. hat man neben Resten von Steinhäusern und Gräbern auch Waffen, Münzen sowie Elfenbein-, Glas- und Töpferwaren aus dem nabatäischen und römischen Reich, aus Ägypten, Syrien, Mesopotamien, dem Industal, China und Griechenland gefunden. Sie bezeugen die regen Handelsbeziehungen nach Übersee, die diese Region schon vor über 2000 Jahren unterhielt. Auch Ruinen einer Befestigungsanlage, verschiedene Individual- und Kollektivgräber sowie diverse Gräber mit beerdigten Kamelen wurden gefunden. Das interessanteste Gebäude von Al-Dur war ein Tempel, der dem Gott der Sonne Shamash gewidmet war; Inschriften in Aramäisch erwähnen den Sonnengott. Die Anlage hatte vier Altäre und einen eigenen Brunnen.

Weitere Infos und Klima

Jünger als dieser Tempel ist das Fort, dessen Erbauung auf das 1. und 2. Jahrhundert datiert wird. Die Anlage hatte vier Wehrtürme und war um einen Innenhof herum gebaut. Die letzten Spuren einer Besiedlung von Al-Dur stammen aus dem 4. Jahrhundert. Da der Boden zunehmend versalzte, wohnten die Menschen von da an nicht mehr auf dem Festland, sondern zogen auf die nahe gelegenen, mit Mangroven bewachsenen Inseln. Al-Dur ist wahrscheinlich der von den antiken Historikern Stabo und Plinius erwähnte bedeutsame Marktort Omana. Im Sommer kann es bis zu 45 °heiß werden, was dem Kreislauf zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit zu schaffen machen kann. Wesentlich angenehmer ist der Winter, der von Oktober bis April dauert und Temperaturen zwischen 20° und 30° Celsius bringt.

Category: Die Emirate

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